Wilderness Blog Post - Feuer entzünden

Dementsprechend besteht der Aufbau eines Feuer aus drei Bestandteilen.

Zunder
Zunder ist ein Oberbegriff für sehr trockene, feine "Materialien“, welche in der Lage sind selbst einem Funken genug Nährstoff zu geben, denn mehr brauchst du nicht. Ob es nun Vogelfedern oder Nester, fein verriebene Rinde von Weichholz mit hohem Harzanteil, wie Nadelholz oder Birke, trockenes Moos, Laub, Flechten, Stroh, das Innenleben getrockneter - verriebener Baumpilze, feine Stahlwolle oder, unter anderem, dein vorbereiteter Baumpilz ist, wird sich in der Situation zeigen. Hauptsache es ist trocken, besitzt einen niedrigen Flammpunkt, ist dünn und bietet der Hitze eine gute und vor allem große Oberfläche.

Nährmaterial
Das Nährmaterial besitzt einen etwas höheren Flammpunkt, dafür aber auch eine längere Brenndauer. Es muss in der Lage sein die durch den Zunder entwickelte Temperatur zu erhöhen und an das eigentliche Brennmaterial weiterzugeben. Dazu eignen sich Späne, Reisig, Rinde von Weich- sowie Nadelholz oder anderes leicht entzündbares Material. Je dünner dein Nährmaterial ausfällt, desto leichter kann es entfacht werden, desto schneller verglimmt es aber auch wieder.

Feuerholz
Als Feuerholz sollte Hartholz, wie Eiche und Buche Verwendung finden. Dieses ist zwar im Vergleich zu Weichholz schlechter zu entzünden, brennt dafür allerdings länger, erzeugt Glut und gibt mehr Hitze ab. Als natürliche Brennstoffe könnten auch geschnürtes Gestrüpp - Grasbündel, sogenannte Feuerbündel, getrockneter Tierdung, trockenes Moos oder Torf und tierisches Fett genutzt werden. Ebenso wie beim Aufbau unseres Brennmateriales wird beim Feuerholz auch mit dem kleinsten und dünnsten Material angefangen welches vorhanden ist! Mische idealerweise dein Hart- mit Weichholz und nutze dicke wie dünne Äste.

Vielleicht mischt du auch Oxidizer (Benzin, Alkohol, Schwarzpulver, Harz, Insektenspray, …) hinzu, um das Brennverhalten positiv zu beinflussen.

Zum Entzünden deines Zunders benötigst du bei guter Vorbereitung nur einen Funken. Dieser muss jedoch, und das ist das Schwierige dabei, genährt und hochgezogen werden, damit eine Flamme entsteht. Um diesen Funken herzustellen, bieten sich einige verschiedene Möglichkeiten an, wenn man von den bekannten Streichhölzern, Feuerzeug, Leuchtspurmunition oder Zigarettenanzünder, welche es einfacher machen, absieht.

Wärme durch Reibung
Werden zwei Gegenstände aneinander gerieben entsteht ein Reibungswiderstand. Dieser Energieverlust wirkt sich als Wärme aus, welche sich im Weiteren zu einem Funken entwickelt, welcher dann mit entsprechendem Material genährt werden muss. Hier kommen der Feuerbohrer, die Feuerrolle, die Feuersäge, das Feuerseil aber auch das Schlagen von Steinen ins Gespräch.

Wärme durch Sonnenkraft
Die Strahlungsenergie der Sonne ist in manchen Erdteilen so stark, dass mit ihr unter Zuhilfenahme von Reflektoren auch direkt gekocht oder gebraten werden kann. Wird diese Energie zusätzlich gebündelt kann auch ein Feuer entzündet werden. Allbekannt das Brennglas oder auch Reflektoren von Taschenlampen.

Wärme durch Chemische Reaktion
Zu nennen wäre hier beispielsweise weisser Phosphor und Caesium, welche sich bei 50° C an der Luft selbst entzünden. Kaliumpermanganat wäre allerdings nicht ganz so gefährlich. Nicht nur um Wasser zu entkeimen, Wunden zu desinfizieren oder Signale zu setzen, mit Kaliumpermanganat kann auch ein Feuer entfacht werden. Bei Zugabe von ein - zwei Tropfen Glycerin auf unser Häufchen Kaliumpermanganat entzündet sich das Gemisch nach kurzer Reaktionszeit von selbst. Eine andere Möglichkeit ist das Vermischen und Verreiben mit Zucker. Hier erfolgt die Zündung abhängig von der Energie welche durch die Reibung zugegeben wird.

Künstliche Hilfsmittel
Künstliche Hilfsmittel erleichtern unser Vorhaben enorm und wer sie hat wird sie auch einsetzen. Streichhölzer und Feuerzeuge sollten jedoch nie überflüssig zum Einsatz kommen. Hilfsmittel zum Einsparen des Flammmateriales wären eine Kerze, eine Zigarette, ein Esbit-Würfel, Harz oder Fett - Klumpen und, neben anderem, auch Schuhcreme, ... . Es gibt aber auch Magnsiumstarter, Pulver aus vorhandener Munition oder ,neben anderem, auch elektrische Spannung.

Ist ein Funken entfacht und erfolgreich direkt auf den Zunder gefallen muss dieser auch genährt werden. Der Zunder wird hierzu idealerweise in unser dünnes Nährmaterial eingelegt und einfach angeblasen.

Halte dein Feuer so klein wie möglich!


Hast du dein Feuer entfacht, lasse es nicht verlöschen um nicht von vorne beginnen zu müssen. Erhalte die Glut über Nacht, um am nächsten Tag dein Feuer neu hochziehen zu können. Nutze hierzu ein Rasengrab oder, wenn du dich bewegen musst, nimm die Glut mit und schüre sie über die Zeit deines Marsches. Erleichtere dir dein Leben, erschwere es nicht. Nutze einen Glutbehälter oder eine Gluttransportrolle.

Doch welche Möglichkeiten bestehen in Notsituationen eine Unterkunft zu bauen und auf was ist beim Bau wert zulegen? Mehr dazu im nächsten Post!

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