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Jean Ufniarz

Alaska Highway


In 72 Tagen von Dawson Creek nach Fairbanks / AK



Inhalt:
S. 7 1. Die Idee und was darauf folgte.
S. 13 2. Der Countdown.
S. 24 3. Die Durchführung.
S. 27 Das Abenteuer beginnt, und endet fast.
S. 42 Some kind of a road Partnership.
S. 60 Glücklich und trotzdem enttäuscht.
S. 77 Unerwarteter Besuch.
S. 86 Auf den Spuren Jack Londons.
S. 91 Schilder über Schilder.
S. 101 Chaostravel.
S. 108 Vom weisen Pferd und neuen Freunden.
S. 120 Ein pelziger Gefolgsmann.
S. 125 Toblerone mit Sahne.
S. 145 Mit Pumpgun auf dem Fahrrad.
S. 158 Unerwartetes.
S. 166 Angekommen und doch nicht zufrieden.
S. 170 4. Prolog.



Some kind of a road Partnership.
...
Ganz langsam spielt sich Routine in den täglich wiederkehrenden Abläufen ein. Und ich denke immer wieder darüber nach, wie man Handlungen schneller und effektiver gestalten kann, um den Arbeitsablauf flüssiger und reibungsloser zu gestalten. Wieso? Reicht der Drang nach Perfektionismus, Rationalismus und Zeitersparnis bis hierher??? So brauche ich jetzt inkl. Zelttrocknen, mit Abbauen und Frühstücken, sowie Hundversorgen nur noch ungefähr 30 Minuten. Gute Zeit. Scheint wohl eine krankhafte Zivilisationsveranlagung zu sein. Ebenso scheint die psychische Anpassung an die Wetterverhältnisse auch langsam abgeschlossen zu sein. Nicht mehr: „Scheiß-Regen, -Kälte oder -Schnee“, sondern „Schön – Sonne, könnte auch kälter sein“, oder „Hagel – besser als Sturm“. Probeweise nehme ich Lady heute an die Leine. Für sie ein Höllendrama. So was hat sie anscheinend noch nie gehabt, sie erwürgt sich fast selbst, lernt aber auch nach einiger Zeit nichts dazu. Worauf der gute Junge in mir sie wieder erlöst. Versuch fehlgeschlagen, die Autojagd geht weiter!
Kurz darauf überrascht uns am Straßenrand ein frisch ausgebrannter Wohnanhänger. Er qualmt noch und das Metall strahlt richtig Wärme ab. Okay, brauch ich schon keinen Sprit für den Kocher um Schnee zu schmelzen und kann nebenher noch richtig Wärme tanken. In knapp eineinhalb Stunden habe ich meinen Wasservorrat wieder aufgefüllt und bereue richtig, meine kleine 35 mm-Kamera nicht eingesteckt zu haben, denn das Nikon-System befindet sich bei Oli, er ist der Einzige, der damit umgehen kann. Es halten natürlich auch einige Leute, viele Touristen, Amerikaner auf dem Weg nach Norden, how marvellous! Irgendwie scheinen sie jedoch alle der Meinung zu sein, dass wäre mein Hänger. Denken die, ich hab das 15 Meter lange Ding gezogen, oder was? Halten wir es wie der Gallische „Zwerg“ Asterix: Die Spinnen die A........(r). Was ist an einem ausgebrannten Hänger so interessant???
...


Glücklich und trotzdem enttäuscht.
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Es ist wahrlich nicht viel, was man zum Leben braucht, aber schon nach ein paar Tagen Entbehrung vermisst man Unnötiges. Bei mir sind es überwiegend Süßigkeiten, damit könnte ich mich gerade so richtig vollstopfen. Aber auch Quellwasser wäre nicht schlecht, immer der geschmolzene Schnee mit Elektrolyten nervt. Dafür zieht eine zweite Schlechtwetterfront auf. Gut entschieden zu haben, vor Ort zu bleiben. Schnee, Wind und dann Regen – Natur pur, Leben live. Zum Glück hat mich das nicht auf dem Berg erwischt. Am Ende sitze ich hier noch einige Tage fest. Vorteil bei diesem Wetter ist, die Feuchtigkeit gefriert am Zelt und lässt sich morgens einfach abklopfen, somit verringert sich die Trockenzeit. Nachteil, der Schnee bleibt liegen, und ein Laufen in Sandalen, damit die Risse am linken Fuß abheilen können, ist nicht möglich. Aber es kommt sowieso immer anders als man denkt, deshalb abwarten und Blessuren beheben. Denn die Planmässige Tagesleistung von 30 Kilometer habe ich geschafft.
Jetzt sitze ich im Zelt mitten im kanadischen Busch. Draußen heult und stürmt es, das Zelt reißt es hin und her (hoffentlich hält es). Ich komme mir vor wie im Hochgebirge.
Während der Sturm mit dem Zelt spielt und der Regen draufklatscht, als würde jemand mit einem C-Schlauch draufhalten, fängt es schon an, von innen zu gefrieren. Ich liege jetzt im Schlafsack, der Atem kondensiert und nebelt das ganze Zelt ein. Meine Finger werden immer steifer und gegessen habe ich kalt - war nicht anders möglich. Ich komme jetzt natürlich schlecht auf Körpertemperatur, aber, wenn ich bedenke: Jetzt daheim, den Alltagsstress, morgens raus ins Geschäft, abends Heim, das Rennen nach dem Geld, nach immer mehr, Rechnungen bezahlen, Dinge kaufen – Stress. Ich möchte jetzt an keinem anderen Ort sein. Zu Leben heißt, es zu spüren, zu riechen, zu fühlen, zu sehen und zu schmecken. Scheint, momentan bin ich mittendrin, denn ich empfinde es hier nicht als Stress. Ein Stress der anderen Art?
Langsam vergisst man die Welt, die man hinter sich gelassen hat. Es zieht einen zur Gefahr, zu dem wartenden Abenteuer, das einem mit zunehmender Dauer den Kopf frei vom Vergangenen macht und für Neues öffnet. Um nicht unterzugehen, muss man sich auf Neues einstellen und Gegebenes hinnehmen.
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Nach 72 Tagen Laufzeit, mehreren hundert Litern Schweiß und Blut, Enttäuschungen und körperlichen Gebrechen war es soweit. Fairbanks, der 65. Breitengrad, grüßt uns!


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ALASKA HIGHWAY
In 72 Tagen von Dawson Creek nach Fairbanks/AK.

2 Jahre Vorbereitung, 4 – 5 mal die Woche Vorbereitungstraining und dann ... ? Es folgten Fehlleitungen des Gepäckes, Beschädigungen der Gepäckwägen beim Transport, die Auseinandersetzung mit den Gefahren, verbindungstechnische Probleme und Weiteres. Es schien kein Ende zu nehmen. Treffen mit Namhaften Extremreisenden wie Thomas Meixner und Tillman Waldthaler, aber auch mit Jan, Jeff und Yakuza sowie all den „namenlosen“ Wanderern brachte uns in eine Gemeinschaft. Der Kontakt mit Bären, die Unterstützung durch wildfremde Personen, Mosquitos, Bergzeigen, Bisons, Adler zum Frühstück, SEK Squirrels, ... von Wölfen abgeschnüffelt und von Stachelschweinen umgerannt. Aber nach 72 Tagen war es geschafft. Über Höhen und Tiefen. Die Aktion Going North war beendet. Zu Fuß Quer durch Kanada nach Alaska. Der Weltbekannte Alaska Highway – bewältigt – zu Fuß!

Paperback / 176 Seiten / ISBN: 978-3-7431-6636-3 / Verlag: Books on Demand / Erscheinungsdatum: 09.05.2017 / Sprache: Deutsch / Farbe: Nein / E-Book / ISBN: 978-3-7448-2495-8

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