Wilderness Blog Post - Knoten und Bunde

Normalerweise bestehen Seile aus Hanf, Fasern der Kokosnuss oder der Agave aber auch Kunstfasern kommen zum Einsatz. Zur Improvisation genügt schon hohes Gras, frisch abgezogene Rinde, Lianen, Kletterpflanzen, Brennnesselstränge, Distelfasern aber auch geschälte, dünne Wurzeln. Um die Stängel älterer Pflanzen vorzubereiten, werden sie getrocknet und geklopft, um die verholzten Teile zu entfernen. Wurzeln werden zu Beginn entrindet, eventuell gespalten und dann verflochten. Hierbei werden gegensätzliche Drehbewegungen genutzt, wobei bei langen Stücken die Ansätze mindestens zehn Zentimeter ineinander überlappen sollten, um eine ausreichende Festigkeit zu erreichen. Die einzelnen Fasern sollten allerdings gleich lang und gleich dick sein. Werden mehrere Stränge miteinander verflochten erhöht sich die Belastbarkeit.

Die Brennnessel liefert das beste Ergebnis in Bezug auf die Belastbarkeit. Bei kleineren Angelegenheiten kann man sich aber auch mit jungen, biegbaren Zweigen oder frischen Wurzeln behelfen, es muss nicht immer gleich eine Schnur sein. Des Weiteren sind tierische Produkte wie Sehnen und Rohhaut verwendbar. Die Sehnen sind als Bindematerial sogar noch stärker als die Fasern der Brennnessel und können aus diesem Grund sogar als Bogensehne, Riemen, Garn und Angelleine verwendet werden. Die Bein- sowie die Rückensehne ist die längste Sehne im Tier. Sie muss noch frisch aus dem Kadaver ausgelöst, gereinigt, getrocknet und weich, flauschig geklopft werden. Einzelne Fasern können sogar als Nähgarn Verwendung finden und dreht man sie zu einem Strang, erhält man eine Schnur. Wird sie nass verarbeitet, scheidet sie beim Trocknen sogar eine klebrige Substanz aus. Vielleicht nimmst du dir aber auch die Zeit Lederriemen herzustellen.

Es muss auch nicht immer was hochbelastbares dabei herauskommen, die Last kann auch durch verschiedene Materialverbindungen (Haken- Zapfenverbindung / Rundnut Einsatz - Aufsatz / Bohlen Steckverbindung / Zinken / Keil- Stegverbindung / Schlitz und Zapfen / …) aber auch Nägel oder
Kleber verteilt werden. Dieser kann nicht nur durch eingekochte Fischreste und Hufe oder zerquetschte Mistelbeeren hergestellt werden. Harz ist immer noch die beste Möglichkeit. Um es dementsprechend verwerten zu können, muss es aber vom Terpentin getrennt werden. Am besten geschieht dies auf einer geneigten feuer- sowie saugfesten Unterlage. Dort wird ein Harzklumpen entzündet, wobei das Terpentin verbrennt und das reine Harz abläuft. Entweder nutzt man es gleich oder lässt es erkalten und bewahrt es als Klumpen für den späteren Gebrauch auf. Es braucht dann nur noch erhitzt und eventuell, zur besseren Aushärtung, mit Holzasche vermischt werden. Kommen Hufe zum Einsatz, werden sie eingekocht und der an der Oberfläche entstehende Film immer wieder abgeschöpft bis die verbleibende Flüssigkeit die entsprechende Konsistenz erreicht hat. Zur Herstellung von Pech wird einfach die Rinde der Birke in einem Topf verkokelt. Durch ein Loch im Boden des Topfes kann das Pech dann in einen Auffangbehälter ablaufen.

Kommen wir zu den
Knoten. Diese sollten sich, auch wenn sie sich zugezogen haben oder nass sind, leicht wieder öffnen lassen und auch in verschiedenen Situationen einsetzbar sein. Er darf sich unter Spannung nicht lösen und sollte leicht zu knüpfen sein. Ein Sicherungsschlag, ein Überhand- oder Achterknoten, ist natürlich immer aufzusetzen, speziell wenn man selbst daran hängt. Hier kommen der Achterknoten, der Ankerstich, der Schleifknoten, der Bulinknoten, welcher auch speziell für Schlaufen eingesetzt werden kann, der Mastwurf oder Halbmastwurf, der Kopfschlag oder Prusikknoten, der Sackstich, der Schwanenhals, das Seilspannauge, der Blutknoten und der Überhandknoten, zum Einsatz.

KnotenkundeI

1. Achterknoten / 2. Ankerstich / 3. Schleifknoten / 4. Bulinknoten (Palstek) / 5. Mastwurf (Webleinstek) / 6. Prusikknoten / 7. Sackstich / 8. Halbmastwurf (HMS) / 9. Seilspannauge /
10. Slipstek / 11. Überhandknoten / 12. Wirbelknoten / 13. Blutknoten / 14. Kopfschlag /
15. Schwanenhals

Für Materialverbindungen haben sich Steks zur Fixierung und Laschings, straff nebeneinanderliegende Verzurrungen, bewährt. Sie garantieren eine belastbare Verbindung, speziell wenn im Vorfeld eine der angesprochenen Materialverbindungen genutzt wurde. Zur Fixierung kommen oft der Halbstek, der Holzfällerstek und der Trossenstek zum Einsatz. In Verbindung mit deiner Viereck- oder auch der Kreuzverzurrung, dem Zurring oder dem Dreibockbund, gewährleisten sie eine lange Lebensdauer deines Objektes. Und als Seilverbindung werden der Kreuzknoten, der Schotstek und der Spierenstich häufig zum Einsatz gebracht.

Laschings I

1. Viereckverzurrung / 2. Dreibockbund / 3. Kreuzverzurrung / 4. Zurring


Schlaufen seilverbindungen steksI

1. Doppelter Palstek (doppelter Bulin) / 2. einfacher und doppelter Schotstek / 3. einfacher und doppelter Spierenstich / 4. Kreuzknoten / 5. Trossenstek / 6. Halbstek / 7. Holzfällerstek mit halbem Schlag


Doch welche Möglichkeiten bestehen in Notsituationen effektive Notsignale abzugeben um auf sich aufmerksam zu machen? Mehr dazu im nächsten Post!

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