Wilderness Blog Post - Notfall Vorbereitung

Es werden viele kleine Dinge in deine Planungsphase mit einfliessen die sich gegenseitig beeinflussen. Hier zählen nicht nur der Reiseort, die Zeit und das Reisemittel, auch der Reisezeitraum, die entsprechenden geldlichen Mittel und die objektiven körperlichen Möglichkeiten. Im Weiteren Verschleissteile am Gefährt, Ersatzteile, Reparaturmöglichkeiten, evtl. benötigte Medikamente sowie Vorerkrankungen, die Stabilität des Reiselandes, … .Auch der rechtliche Rahmen wie Personalausweis, Reisepass, Impfausweis, evtl. ein Visum, internationaler Führerschein, Impfausweis, Auslandsreise- Kranken- Unfallversicherung, die Reisegepäckversicherung, die Reiserücktritt- Haftpflichtversicherung und evtl. eine Mobilitäsgarantie. Was ist mit den laufenden Kosten daheim und einem Reisepartner. Kurz erwähnt, sollten natürlich von allen wichtigen Dokumenten Photokopien angefertigt, und getrennt vom Original, sicher mitgeführt werden. In dieses Notdokumentenset gehört ebenso ein Zettel mit persönlichen Daten und den Namen der nächsten Angehörigen im Heimatland. Zu diesen Notinformationen zählt auch die Anschrift sowie die Erreichbarkeit deiner Botschaft, eventuell der nächsten Rettungsflugstaffel in dem besuchten Land und des nächsten deutsch, beziehungsweise verständlich sprechenden Arztes. Ein in der Planungsphase erstelltes Problemepigramm vereinfacht dir vieles. Im Weiteren wäre auch ein Testament und eine Anweisung für den Fall des Ablebens denkbar. Passieren kann immer was. Was muss gekündigt, abbestellt und bewerkstelligt werden, sowie die Information, wo entsprechende Unterlagen zu finden sind. Diese sollten einem Freund, Bekannten, Angehörigen oder vielleicht sogar bei einem Anwalt im Heimatland hinterlegt werden. Zusätzlich sollte man in dringenden Fällen auch mal erreichbar sein und ein Ansprechpartner daheim, welcher Unterlagen und Reisedaten vorliegen hat, ist immer gut als Back Up!

Hinzu kommt die informative Vorbereitung, über Land und Leute, Geographie, Währung, Hauptlandessprache, umliegende Rettungsleitstellen, Möglichkeiten des Rettungspersonales vor Ort, … Noch nicht genug sollte man natürlich die Reise nicht nur psychisch sondern auch physisch bewältigen können. Was ist mit deiner körperlichen Vorbereitung? Musst du dich in Bezug auf Ausdauer und Kraft updaten, sind spezielle Bewegungsabläufe zu bringen die du nicht gewohnt bist oder noch nicht lange trainiert hast? Trainiere somit in Bezug auf Ausdauer und Kraft. Trainiere allerdings mit Verstand und bleibe in deinem optimalen Trainingsbereich (zwischen unterer - oberer Zielbereichsgrenze), um gerade im Ausdauertraining einen Erfolg zu erzielen. Hierzu folgende Berechnung:

220 - Alter = X deine persönliche maximale Herzfrequenz
X : 100 · 60 = untere Zielbereichsgrenze (Herzfrequenz)
X : 100 · 75 = obere Zielbereichsgrenze (Herzfrequenz)

Trainiere auch direkt auf deine Tour hin. Es nutzt nichts viel zu laufen wenn die Reise mit dem Kajak durchgeführt wird. Der spezifische Bewegungsablauf muss eintrainiert und die Muskulatur im Hinblick auf das Zusammenspiel direkt in der speziellen Bewegung gefordert werden. Ebenso muss sich dein Körper auf die zu erwartenden Einflüsse vorbereiten können. Nur ein Training im Fitnessstudio ist ein nogo. Hitze, Kälte, Regen, Dreck, ... Setze dich schon im Vorfeld den Einflüssen aus, welche dich in dem besuchten Land in deiner Reisezeit erwarten. Lerne deine Belastungsgrenze und deinen Körper kennen. Denke auch an eventuell erforderliche Impfungen sowie Fachärztliche Untersuchungen für dein Reiseland - Länder und berücksichtige diese in der Planung und Durchführung deines Vorbereitungstrainings.

Wer auf Außergewöhnliches vorbereitet ist, nimmt dies leichter hin!


Sonnen- Kälte- und Wechselbäder sind ebenso wie Saunagänge, Massagen und Autogenes Training eine Möglichkeit der Intensivierung der körperlichen Vorbereitung. Sie sind nicht nur im Hinblick auf die Psyche, den zwischenmenschlichen Kontakt, sondern auch für die Krankheitsvorsorge interessant.

Die geistige Vorbereitung ist wohl eine der wichtigsten, denn sie leitet und führt den Körper. Setze dich im Vorfeld mit möglichen Gefahrensituationen auseinander, übe Verhaltensweisen und trainiere deinen "Überlebens"- willen, denn in der Psyche liegt die Kraft. Fachkurse und Lehrgänge helfen dir deinen Wissensstand zu erweitern und stärken das Selbstvertrauen. Sprachkurse, Notreparaturen am Gefährt, Notfallseminare im Bereich der Erstversorgung von Patienten (https://www.xtrems.net/EHOutdoor/index.html), Selbstverteidigungskurse, ...

Die Vorbereitungsphase sollte wie ein Trainingsplan gestaffelt auf den Beginn der Tour hin durchgeführt werden. Beginne langsam, steigere dich zum Maximum, gib deinem Körper aber auch eine Erholungsphase bevor du startest.

Wenn man gut durchtrainiert und gut vorbereitet ist, hat man eine Chance zu überleben, wenn nicht, verlangt die Natur ihr Pfand zurück.

DavidRoberts
-PateyAgonistes
-
Moments of Doubt



Zum Abschluss der Backup. Die Reiseroute und Ankunftszeit, Empfangszeiten am Handy oder Satellitentelefon sollte an Bekannte und Verwandte weitergegeben werden. Intervall-Meldungen sollten zudem regelmäßig erfolgen, damit im Falle einer Überfälligkeit eine „Search and Rescue“ (Such und Rettung) Aktion erfolgen kann

Jede Tour, sei es eine größere Expedition, eine mehrtägige Rucksacktour oder nur eine mehrstündige Wanderung in mehr oder weniger einsames Gebiet, muss bei vernünftiger Planung und Organisation ein kalkulierbares Risiko ergeben! So, bereite dich vor! Andererseits bringt ein vernünftiges Maß an Unsicherheit auch einen noch sportlicheren Charakter!

Doch was ist, wenn es wirklich passiert? Welche physiologischen Prozesse laufen in Notsituationen ab? Wie wirkt sich das auf das Verhalten aus? Mehr dazu im nächsten Post!

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