Wilderness Blog Post - Verhalten bei unliebsamen tierischen / menschlichen Begegnungen.

Die meisten giftigen Tiere sind zumeist auch erheblich kleiner als der Mensch, so werden wir wohl in der Regel nicht auf deren Nahrungsliste stehen, oder? Sie (Groß- Kleintiere) greifen den Menschen normalerweise nur an, wenn sie überrascht, provoziert, in die Enge gedrängt / angegriffen werden, Jungtiere vorhanden sind, ein frischer Kill darniederliegt, krank oder verletzt sind. Bedenke: Tiere sowie Menschen haben einen Nahbereich der für Fremde tabu ist!

Welche Mutter würde ihre Kinder nicht verteidigen? Welcher Hungrige würde sein Essen nicht verteidigen? Wer würde sich nicht verteidigen wenn er sich bedroht fühlt? Wen interessiert es nicht, wenn ein Fremder in seiner Wohnung auftaucht?


Organismen reagieren aufgrund von angeborenem und erworbenem Verhalten. Wir sind also konfrontiert mit reflexartigem sowie instinktartigem Verhalten, welche durch erworbene Verhaltensmuster beeinflusst werden. Hiermit ergibt sich entweder ein Sozial- oder Aggressionsverhalten.

Beachte: Organismen passen sich individuell an die Umwelt an und geben ihr Verhalten auch im Erbgut weiter!


Somit werden sich die Verhaltensmuster immer wieder anders bemerkbar machen. Nicht nur von Organismusart zu Organismusart, sondern auch unterschiedlich in den verschiedenen Klimazonen.


Zu zweit oder in einer Gruppe ist die Gefahr durch ein Tier angegriffen zu werden recht minimiert. Hier befindet man sich meist in der Überzahl. Wenn auch noch jeder weiß wie er sich zu verhalten hat, ist eine Konfrontation unwahrscheinlich. Reist du jedoch mit Kindern oder Haustieren musst du immer ein Auge auf sie haben. Sie können Gefahren schlechter bewerten, einschätzen und handeln oft anders!

Ein aufgeschrecktes Tier hat genau zwei Möglichkeiten. Entweder ergreift es die Flucht oder geht in einen reflexartigen Angriff über. Verhalte dich somit auffällig und gehe "laut", spreche, singe oder binde dir eine nervtötende Dose mit Steinen oder eine Glocke an die Ausrüstung. Stapfe durch die Gegend, so dass deine Anwesenheit frühzeitig bemerkt wird. Kommt es trotzdem zu einem „Gegenüberstehen“, verhalte dich passiv und bewege dich langsam. Wenn es schon auf dir sitzt, ist das Beste, halte still und warte bis es sich verzieht. Gib ihm keinen weiteren Grund zur Aggressivität und zum Beißen. Vermeide schnelle Bewegungen und ziehe dich zurück, und zwar in die Richtung aus der du gekommen bist. Sei sicher, dass du den Bereich des Tieres verlässt wie du ihn betreten hast. Gehe vorsichtig rückwärts und schaue vor dir auf den Boden, denn ein direkter Augenkontakt wirkt provozierend. Beobachte aber auch die Lage aus den Augenwinkeln heraus. Lasse dem Tier immer einen Ausweg offen, denn seine Flucht nach vorne könnte für dich wie ein Angriff aussehen.

Wirst du angegriffen - Fight for your Life - entweder das Tier oder du. Die Entscheidung liegt bei dir!


Vorbeugende Maßnahmen, speziell bei giftigem Kleingetier (aber auch Parasiten), sind jedoch dein bester Schutz. Hierzu zählen geschlossenes Schuhwerk, eine lange Hose, das Ausschütteln der Kleidung, des Equipments sowie zumindest die Standardhygiene. Hinzu kommen das Meiden entsprechender Bereiche wie Ruinen, dunkle Ecken und trübes Wasser sowie entsprechende Nahrungslagerung und der Lageraufbau. Jeder Bereich, in welchem sich bevorzugt Tiere aufhalten, ist mit Vorsicht zu genießen, da sich dort zwecks der Nahrungssuche auch entsprechend Jäger aufhalten. Hebe nichts vom Boden auf ohne dir der freien Umgebung sicher zu sein, krieche nicht am Boden und nutze deine Taschenlampe. Ebenso ist entsprechende Schutzkleidung wie Gamaschen, Handschuhe, Mückennetzte, ... immer von Vorteil.


So sind Elefanten, Haie, Schlangen, Büffel, Wespen, Ameisen, Raupen, Skorpione, Spinnen, Tausendfüßler, Eidechsen, Piranhias, Wildschweine, Pferde, Kühe, ... und vieles andere wohl interessant für jeden Reisenden. Doch wer will in eine Auseinandersetzung mit diesen Tieren geraten? Verhaltet euch nach den Grundprinzipien angstfrei sowie respektvoll dem Tier gegenüber und in der Regel wird nichts passieren! Wildtiere sind nichts zum Anfassen, zum Füttern und auch nicht für Urlaubsfotos aus nächster Nähe!

Es ist immer schlecht aufbrausendes Verhalten und Imponiergehabe sowie seine eigenen Wünsche in den Vordergrund zu stellen. Dies wird die Umwelt reagieren lassen und Gefahren provozieren, meist auch für andere! Unwissenheit und Oberflächlichkeit ist meist der Auslöser für aggressives Verhalten.

z.B.:

Alaska Fairbanks – Aussage eines deutschen, seiner Meinung nach erfahrenen Jägers, gegenüber Touristen. Elche sind keine Gefahr!

Alaska – Auftretende Elche (Mutter mit 2 Kälbern) in einem Stadtpark in Anchorage. Ein vorbeifahrendes Fahrzeug bremst ruckartig. 4 Touristen steigen aus und bewegen sich während sie Ihre Kameras zücken hastig in Richtung der Elche. Die Reaktion der Elchmutter (Fixierung und einfrieren) wird überhaupt nicht beachtet und im Abstand von 5 Metern beginnt diese unsere Fotografen aufs Korn zu nehmen und durch den Park zu jagen.


Es sterben viel mehr Menschen in Alaska durch „Angriffe“ von Elchen als durch „Angriffe“ von Bären!!!


Leichtsinniges und unvorsichtiges Verhalten sind die Hauptauslöser für einen oft tödlichen Ausgang, gerade bei Begegnungen mit Großwild!

Wenn man zusätzlich bedenkt wer als erster die Welt bevölkerte, die Menschen oder die Tiere, ist wohl klar wer den Lebensraum der ihm eigentlich nicht gehört ins Ungleichgewicht bringt, zerstört und wer wen in seinem Lebensraum immer weiter einschränkt und ausrottet.


Das unzuverlässigste und gefährlichste Tier der Welt kann sprechen und tötet oft aus Spaß und Bequemlichkeit!

Ergo: Sei aufmerksam im Outdoor, schleiche dich nicht an Tiere heran, beachte die Reaktion (Drohgebärden – informiere dich vorher) der Tiere auf deine Anwesenheit und dein Verhalten, lasse ihnen eine Fluchtmöglichkeit offen (die wahrscheinlichste), gerate niemals zwischen Jungtier - Mutter, halte dich immer von Jungtieren fern und beachte das kranke – verwundete – alte Tiere nicht berechenbar sind.

Wer Respekt fordert und Privatsphäre wünscht muss dieses auch anderen unabhängig der Daseinsform bieten!


Und last but not least. Kann das Ganze nicht auch auf Menschen umgemünzt werden? Wir handeln nach gleichen Prinzipien. Zusätzlich spielt, wenn wir im normalen Rahmen bleiben, der Neid, Drogen sowie oft ein akutes Geltungsbedürfnis mit ein. Wobei in der heutigen Zeit nicht nur körperliche Gewalt sondern speziell auch die kaum beachtete seelische Variante bei menschlichen Konfrontationen im Vordergrund steht. Sie ist oft auch Auslöser für körperliche Auseinandersetzungen!

Beachte dein sicherheitsrelevantes Verhalten auf Reisen und du bewegst dich sicherer!


Doch was ist mit menschlich ausgelösten Katastrophen? Mehr dazu im nächsten Post!


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