Wilderness Blog Post - Verhalten im Schneesturm.

Die Gefahren der Kälte liegen in der Unterkühlung, den Frostbeulen - Erfrierungen, der Hautirritation sowie der Dehydrierung, der Schneeblindheit aber auch in den Sonnenstrahlen, reflektiert durch Wasser, Eis und Schnee. Hast du also die Möglichkeit dich darauf vorzubereiten tue es.

Kälte lähmt, sie reduziert den Stoffwechsel und beeinträchtig das rationale Denken!


Der Schneesturm selbst ist charakterisiert durch heftigen Wind mit starkem Schneefall in Verbindung mit polarer Kaltluft. Neben anderen Begriffen ist er auch als Blizzard, Poorga oder Buran bekannt.

Im Sturm führt das Trio Wind und tiefe Temperaturen zum sogenannten Wind-Chill Faktor (Unterschied zwischen gemessener Lufttemperatur und gefühlter Temperatur – in Abhängigkeit der Windgeschwindigkeit). Dieser Faktor kann natürlich nur grob genutzt werden, da er von Person zu Person unterschiedlich ist. Hier spielen Daten wie die Windgeschwindigkeit, die Meereshöhe, die Temperatur und die Feuchtigkeit, auch der Luft, sowie die Altersstufe, Vorerkrankungen, Körperbehaarung, ... mit ein.

Wind Chill Skala

Wind erhöht die Auskühlung unseres Körpers um ein Vielfaches, speziell wenn Feuchtigkeit hinzukommt!


Bei Kälte reagiert unser Körper vorerst mit einer Beschleunigung des Stoffwechsels. Hierdurch steigt der Ruheumsatz auf das Doppelte. Im Weiteren sorgt ein Muskelzittern für Energieproduktion bis die Durchblutung der Körperschale reduziert wird und sich einige Stoffwechselvorgänge verlangsamen. Diese Reduktion der Durchblutung der Körperschale sorgt jedoch auch für eine höhere Belastung des Herzens, was zu einer erhöhten Harnbildung führt. Die sogenannte Kältediurese, welche, wenn der Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen wird, zu einer Dehydration führt. Dies bringt im ersten Moment eine gesteigerte Atmung und eine höhere Herzfrequenz mit sich. Der Sauerstoffverbrauch erhöht sich somit. Kann der Wärmeverlust nicht gestoppt werden, verlangsamt sich der Stoffwechsel. Hiermit steigt gerade bei Risikopatienten die Möglichkeit eines Infarktes, die Wundheilung wird verschlechtert, die Blutgerinnung und die Verstoffwechselung von Medikamenten reduziert sich. Ist das nötig?

Schütze somit sämtliche Körperstellen vor der Kälte, dem Wind und auch dem Wasser. Bei anstrengenden Tätigkeiten kann sich aber auch Schweiß bilden der unter Umständen auch noch gefriert. Es darf einem also auch nicht zu warm werden. Folgst du einigen Grundprinzipien ist die Gefahr einen Kälteschaden zu erleiden zwar nicht auf null gesetzt, jedoch drastisch reduziert.

Halte Kleidung sauber. - Dreckige Kleidung verliert die Loftwirkung!
Vermeide Überhitzung. - Passe die Kleidung deiner Tätigkeit an!
Nutze das Zwiebelprinzip.- Luftschichten erzeugen mehr Isolation!
Halte Kleidung trocken. - Nässe ist dein Feind!
Beachte abschnürende Kleidung. – Sie verhindert die Durchblutung der entsprechenden Extremität!


Durch eine erhöhte Atemaktivität wird die kalte Umgebungsluft zudem tief in die Lungen gesogen, dies kann auch zu Erfrierungen der Lunge führen. Eine Kapuze mit einem Atemtunnel sowie eine Sturmhaube sind somit unumgänglich. Zudem sollte immer eine Schutzbrille gegen Verblendung und Schneeblindheit sowie ein Kopf- Nackenschutz getragen werden. Bedenke auch wenn es länger andauert den Flüssigkeitsausgleich der warm erfolgen sollte. Iss also keinen Schnee oder Eis, dies fördert die weitere Auskühlung. Taue ihn vorher in Köpernähe auf.

Vermeide eine Dehydrierung durch die Kälte!


Verschwinde sofort von der Oberfläche wenn ein Schneesturm naht (nutze den Schnee als Isolation), oder suche Schutz in „Bauwerken“. Beachte aber auch deren Traglast, gerade wenn der Schnee gefriert. Besteht hierzu keinerlei Möglichkeit versuche deinen Wärmeverlust als Einzelperson mit dem Tibetian Tuck (1) oder als Gruppe in einer Art Pinguin-Manier (2) zu minimieren. Hierbei wird in regelmäßigen Abständen jeweils der Windnahe durchgewechselt.

Pinguin Manier

Im Schneesturm sind durch die eingeschränkte Sicht, speziell bei auftreten des White Out (Sonnenlicht und Reflexwirkung mit dem Schnee und dem Eis) auch spezielle Geländegefahren wie Spalten, Abbrüche und Eisschlag schlecht bis gar nicht erkennbar. Somit: Keine Fortbewegung im Schneesturm. Wenn unumgänglich nur angeseilt, gesichert und langsam im Windschatten. Sei hierbei durch dein sicherheitsrelevantes Verhalten (größerer Sicherheitsabstand, langsame Geschwindigkeit, Prüfen der Trittfestigkeit, .... ) auch um einen guten Tritthalt bemüht!

Abhängig vom Geländeprofil drohen auch Lawinen. Diese werden anhand verschiedener Charakteristika klassifiziert in:

Lawinenwarnstufen

Eine Vorabinformation der Wetterlage und vorhanden Schneegegebenheiten von zuständigen Behörden wie Seilbahn-, Wetter-, Pisten-Stationen, NOAA und, neben anderem, dem örtlichen Bergführerverband, lassen dich deine Tour sicherer Planen. Diese Lawinenlageberichte und Warnstufen befreien dich jedoch nicht von der Beachtung der Wetterlage, welche sich gerade im Gebirge schnell ändern kann.

Bei kleineren Lawinen kann versucht werden sich quer zur Lawinenrichtung aus der Fallschneise zu bewegen, oder sich an größeren Gegenständen wie Felsen oder Bäumen festzuhalten. Bei einer todbringenden Walze führen Schwimmbewegungen dich zum äußeren Lawinenrand oder halten dich an der Oberfläche. Ansonsten entledige dich schnell von behinderndem Material, forme den Körper zu einer Kugel und nimm die Hände vor das Gesicht. Dies ist wichtig um eine Atemhöhle zu schaffen. Arbeite dich daraufhin aus deinem Schneegrab raus. Merke: Unten ist immer da wo der Speichel hin tropft.

Im Fahrzeug unterwegs ist der umsichtige Fahrstil und die Vorbereitung wie entsprechende Bereifung, freie Sicht, keine eingefrorenen Leitungen, Notausrüstung, ... das A und O. Idealerweise hast du ein Räumfahrzeug vor dir! Beachte die Straßenglätte und zusammenbrechende Bauwerke, Strommasten, Telefonleitungen, ... welche die Gewichtslasten des Schnees oder des sich bildenden Eises nicht standhalten.


Doch was bedeutet es in Seenot zu geraten? Mehr dazu im nächsten Post!


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