Wilderness Blog Post - Wasseraufbereitung

Bereitet zweifelhaftes Wasser vor Gebrauch immer auf, egal aus welcher Quelle es stammt!


Chemikalien, Bakterien, Viren und Protozoen können dein Wasser kontaminieren. Im Speziellen sind stehende Gewässer die besten Keimstellen. Spätestens ein übler Geruch, Schaum- Blasenbildung, ein starker Algenbewuchs, salzhaltiges aber auch verfärbtes Wasser sowie krankhaft aussehende oder abgestorbene Pflanzen im Umfeld sollten dich vorsichtig werden lassen.


Ein reines Filtern beseitigt meist nur Schwebstoffe, manchmal aber auch, je nach Filterart mehr oder weniger viele Bakterien. Zur Intensivierung kann zusätzlich gechlort oder abgekocht werden. Wird jedoch Chlor oder Silber zur Aufbereitung genutzt, muss das Wasser vorher gefiltert werden, denn die Schwebstoffe binden Chlor sowie Silber, so dass die Bakterien nicht abgetötet werden können. Viren sind leider mittels filtern nicht komplett zu entfernen. Sie sind einfach zu klein. Hier bietet nur Chlor in Verbindung mit Aktivkohle sowie das Abkochen eine Verbesserung. Zusätzlich sind chemische Verunreinigungen fast überall auf der Welt im Vormarsch. In diesen Fällen bringt Aktivkohle in den meisten Fällen ein entsprechendes Ergebnis.

Filtere zuerst und entkeime dann, denn Krankheitserreger müssen unbedingt entfernt werden!


Um Wasser zu filtern, also Schwebstoffe und teilweise Bakterien zu entfernen, kann einer der vielfältigen Trekking Filter genutzt, oder ein Filter improvisiert werden. Dieser besteht aus verschiedenen Filterschichten wie Sand, Kies, Holzkohle, welche geruchsneutralisierend und abtötend in Bezug auf Bakterien wirken, sowie Zellulose. Das so gefilterte Wasser ist etwas schwebstofffreier, es kann aber auch mehrere Male gefiltert werden. Selbst das alleinige Stehenlassen einer Flüssigkeit wird dafür sorgen, dass sich Schwebstoffe am Boden deines Gefässes absetzen.

Durch das Filtern erhält man optisch von Schwebstoffen und Bakterien gut gereinigtes Wasser. Dieses muss jedoch noch weiter aufbereitet werden. Hierzu kann es abgekocht oder durch chemische Hilfsmittel genussfertig gemacht werden. Im Vorfeld hätte man natürlich auch gleich ein Destillationsverfahren nutzen können.

Beim Abkochen sollte die Flüssigkeit einige Minuten richtig sprudeln. Hierbei wird aber auch viel Brennstoff benötigt, speziell wenn man sich in höheren Gefilden befindet. Nebenbei ist der Verlust durch Wasserdampf, wenn man ihn nicht auffängt, auch nicht gerade unerheblich, wenn mit jedem Tropfen gerechnet werden muss. Eine edle Methode wäre natürlich ein Destiliertopf. Unsere Sonnendestillationsanlage braucht hierzu zwar länger jedoch keinen Brennstoff, außer natürlich der entsprechenden Sonnenstrahlung. Des Weiteren verkeimt abgekochtes Wasser innerhalb von Stunden wieder. In einer Survival Situation ist es aber immer noch die beste Lösung wenn nichts anderes zur Verfügung steht. Vorausgesetzt, man hat die Möglichkeit Feuer zu machen.

Chemische Hilfsmittel, wie Micropur, Jod, Kaliumpermanganat sowie Chlor, welches weltweit als sicherstes Desinfektionsmittel für Trinkwasser bekannt ist, können weitere Hilfestellung geben. Einige davon, wie auch das Kaliumpermanganat, töten schädliche Keime, leider auch die nützliche Bakterienflora ab und auf Dauer brechen diese Mittel die Widerstandskräfte. Sie sollten deshalb nur im Notfall und für kurze Zeit verwendet werden.

Bei all diesen Möglichkeiten der Entkeimung erhält man aber ein recht fades Wasser, welches sich jedoch durch mehrmaliges umschütten von Gefäß zu Gefäß wieder mit etwas Sauerstoff anreichern lässt. Denke aber, wie schon angesprochen, auch an die Mineralien. Eingestreute Holzasche bietet eine Geruchsneutralisierung, und, neben Salz, auch den Ausgleich von fehlenden, lebenswichtigen Elektrolyten (Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium). Diese bestimmen mit ihren positiv / negativ geladenen Teilchen die Flüssigkeitsverteilung im menschlichen Körper. Somit regeln sie das Aktions- und Ruhemembranpotential der Zelle, die zelluläre Erregbarkeit und sind unter anderem auch am Knochenbau beteiligt.

Doch wir sind noch nicht fertig, die Trinkwasserlagerung ist genauso zu beachten wie die Entkeimung, denn was bringt es wenn du 20 Liter Wasser trinkfertig behandelst, es aber zu lange lagert und wieder verkeimt. Idealerweise wird es dunkel, kühl, in einem nach Möglichkeit luftleeren Behälter, aufbewahrt. Zusätzlich kann durch eine Zugabe von Silberionen, welche in geringer Menge die Vermehrung von Bakterien verhindert, und in höherer Dosierung sogar bakterientötend wirkt, das Trinkwasser über längere Zeit lagern ohne wieder zu verkeimen.

Doch wie komme ich nun an Nahrung und was kann wirklich bedenkenlos verzehrt werden? Mehr dazu im nächsten Post!

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